Der Markt für Full-Size-SUVs ist seltsam. Die Amerikaner kaufen jedes Jahr fast 850.000 dieser Giganten – etwa 10 % aller verkauften leichten Lastkraftwagen –, obwohl die meisten Besitzer sie eigentlich nicht zum Transport von Wohnwagen oder zur Eroberung der Wildnis benötigen. Sie kaufen sie, weil diese Fahrzeuge anderen das Gefühl geben, klein zu sein. Dabei geht es nicht um den Nutzen; es geht um Dominanz.
Chevrolet leistete 1935 mit dem Suburban Pionierarbeit in diesem Segment und ist nach wie vor der König, der mit seinem Suburban und verwandten Modellen (Yukon, Denali, Escalade, Hummer H2) über 60 % des Marktes kontrolliert. Die im Jahr 2000 überarbeitete aktuelle Generation hat sich bereits in Tests bewährt, doch die Konkurrenz holt auf.
Dieser Vergleich befasst sich erneut mit dem Thema und konzentriert sich auf Anhängerbetrieb, Geländegängigkeit und Fahrgastkomfort – die Eigenschaften, die Autobesitzer nach eigenen Angaben benötigen. Das Ziel: herauszufinden, welcher dieser Lastwagen seinen Preis rechtfertigt … oder zumindest die beste Entschuldigung für den Besitz eines solchen bietet.
Ford Expedition XLT: Die praktische Wahl
Als sinnvollste Variante sticht der Ford Expedition hervor. Sein neu gestalteter Innenraum ist eine Offenbarung und bietet echten Platz für bis zu acht Erwachsene mit umklappbaren Sitzen in der dritten Reihe, deren Verstauen keine gewaltigen Anstrengungen erfordert. Allein deshalb ist es für große Familien eine Überlegung wert.
Sicherheit ist ebenfalls ein Pluspunkt, mit verfügbarer Stabilitätskontrolle und Seitenairbags. Die Einzelradaufhängung an der Hinterachse verbessert das Handling, allerdings ist das Fahrverhalten steif und unruhig, insbesondere auf unebenen Straßen. Der 5,4-Liter-V8 ist leistungsstark genug, um bis zu 8.650 Pfund zu ziehen, im Vergleich zur Konkurrenz mangelt es ihm jedoch an Raffinesse.
Der Expedition leidet außerdem unter einem widerspenstigen Allradantrieb, bei dem es Minuten dauern kann, bis er in den unteren Bereich schaltet. Trotz dieser Mängel ist sein Wertversprechen unübertroffen, es beginnt bei 31.495 US-Dollar und kostet im Test 42.220 US-Dollar.
Urteil: Eine solide, praktische Wahl, die Raffinesse zugunsten von Platz und Erschwinglichkeit opfert.
Toyota Sequoia Limited V-8 4WD: Leise Kompetenz
Toyota betrat 2001 mit dem Sequoia den Bereich der Full-Size-SUVs und kopierte im Wesentlichen die Chevy-Tahoe-Formel. Das Ergebnis ist ein kompetentes, aber unauffälliges Fahrzeug. Der Innenraum des Sequoia ist ruhig und gut gebaut und bietet bequeme Sitzgelegenheiten und viel Platz.
Allerdings ruiniert Toyotas übermäßiger Einsatz elektronischer Hilfsmittel das Offroad-Erlebnis. Das Traktionskontrollsystem ist zu aggressiv und behindert das Vorankommen bei schlammigen Bedingungen. Dem Motor, der von Lexus geliehen wurde, mangelt es an dem nötigen Grunzen für schweres Schleppen (maximal 6200 Pfund).
Der Sequoia zeichnet sich durch Raffinesse und Zuverlässigkeit aus, es mangelt ihm jedoch an der rohen Leistungsfähigkeit seiner Konkurrenten.
Urteil: Ein ruhiger und kompetenter Künstler, der in keinem Bereich herausragt.
GMC Yukon XL SLT: Der Langstreckenfahrer
Der GMC Yukon XL ist der Veteran dieser Gruppe, der auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen kann. Es ist das größte Fahrzeug hier und bietet maximalen Passagier- und Laderaum. Mit einem 5,3-Liter-V8 kann er bis zu 8.600 Pfund (oder 12.000 Pfund im Dreivierteltonnen-Trimm) ziehen.
Die Federung des Yukon XL ist gut abgestimmt, minimiert das Wanken der Karosserie und maximiert den Komfort. Aufgrund seines langen Radstands ist er jedoch in unebenem Gelände anfällig für Schäden am Unterboden. Auch der Kabelbaum der hinteren Anhängerkupplung ist schlecht geschützt und neigt bei Offroad-Abenteuern zum Abscheren.
Trotz dieser kleinen Mängel bleibt der Yukon XL ein leistungsfähiges und vielseitiges Fahrzeug.
Urteil: Ein vielseitiger Leistungsträger, der Komfort, Leistungsfähigkeit und Platz in Einklang bringt.
Letztlich kommt es bei der Wahl auf die Prioritäten an. Der Expedition ist der praktischste, der Sequoia der raffinierteste und der Yukon XL der leistungsfähigste. Keiner dieser Trucks ist perfekt, aber sie alle erfüllen einen Zweck: ihren Fahrern das Gefühl zu geben, dominant zu sein.
