BMW hat bestätigt, dass der kommende i3 2027 nicht nur als neue Elektrolimousine auf den Markt kommen wird, sondern auch um eine Touring-Variante (Kombi) erweitert wird. Das aktuelle i4-Liftback-Modell wird jedoch eingestellt und die Produktion endet im nächsten Jahr. Dieser strategische Wandel spiegelt den umfassenderen Plan von BMW wider, sein Angebot an Elektrofahrzeugen (EV) zu rationalisieren und an die nächste Generation von Fahrzeugen der Neuen Klasse anzupassen.
Den i4 auslaufen lassen und den i3 umarmen
Die Entscheidung, den i4 aus dem Verkehr zu ziehen, hängt mit der sich weiterentwickelnden Modellstrategie von BMW zusammen. Der i3 und der i4 liegen beide im gleichen Mittelklassesegment, sodass der i4 überflüssig wird, da BMW den neueren i3 vorstellt. Laut BMW-Produktchef Jochen Goller ist dies ein natürlicher Teil der Automobilindustrie: „Die Stückzahlen der vorhandenen Autos werden auslaufen und dann [der neue i3] deutlich ansteigen.“
Der Abgang des i4 bedeutet nicht das Ende seiner zugrunde liegenden Designphilosophie. BMW beabsichtigt, weiterhin eine neue 4er-Reihe sowohl mit Verbrennungs- als auch mit Elektroantrieb anzubieten und so den Geist des i4 in einer anderen Form effektiv weiterzuführen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, den Liftback-Karosseriestil des Gran Coupé beizubehalten, Einzelheiten sind jedoch noch unklar.
Der Aufstieg des i3 Touring
Der i3 Touring wird nach Produktionsende des i4 im BMW-Werk München in Produktion gehen. Teaser-Bilder zeigen eine schlanke Kombi-Silhouette, die die Designsprache der i3-Limousine widerspiegelt. Der Touring wird sich unterhalb des größeren i5 Touring in der Elektro-Wagenpalette von BMW positionieren und den Kunden eine kompaktere Option bieten.
Neue Klasse Plattform und Leistung
Sowohl die i3-Limousine als auch der Touring werden auf der neuen Neue-Klasse-Plattform von BMW gebaut, die auch dem kommenden SUV iX3 zugrunde liegt. Die erste Markteinführung wird über eine Konfiguration mit Doppelmotor und Allradantrieb verfügen, die eine Leistung von 345 kW und ein Drehmoment von 645 Nm erzeugt. Der i3 wird voraussichtlich eine 108-kWh-Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie (NMC) verwenden, die eine WLTP-Reichweite von bis zu 900 km bietet – eine Steigerung von 95 km gegenüber seinem SUV-Bruder.
Lademöglichkeiten
Der i3 unterstützt eine 800-V-Elektroarchitektur mit Schnellladung mit bis zu 400 kW Gleichstrom, was eine Reichweite von bis zu 400 km in nur 10 Minuten ergibt. Auch AC-Laden wird mit bis zu 22 kW möglich sein. Darüber hinaus wird das Fahrzeug über bidirektionale Ladefunktionen verfügen, einschließlich der Funktionen Vehicle-to-Load (V2L), Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Grid (V2G).
BMWs einheitliche Designstrategie
BMW richtet seine Verbrenner- und Elektromodelle auf eine einheitliche Designsprache aus. Zukünftige Aktualisierungen der 3er-Reihe werden beispielsweise umfangreich genug sein, um als „im Grunde ein neues Auto“ betrachtet zu werden, und sorgen für eine optische Einheitlichkeit aller Antriebsstränge. Dies spiegelt den Ansatz wider, der beim Mini verfolgt wurde, wo die ICE- und EV-Versionen der Cooper-Luke trotz unterschiedlicher Plattformen nahezu identisch aussehen.
**Zusammenfassend lässt sich sagen, dass BMW seine Elektrofahrzeugpalette aktiv umgestaltet und dem i3 als Zukunft seiner mittelgroßen Elektroangebote den Vorrang einräumt. Die Einstellung des i4 und die Einführung des i3 Touring zeigen einen strategischen Schritt zur Rationalisierung der Produktion und zur Übernahme der Neue-Klasse-Plattform für verbesserte Leistung und Designkohärenz.
