Der chinesische Autohersteller GAC wird sein Mehrzweckfahrzeug M8 umbenennen, nachdem er eine Anfrage des deutschen Luxusautoherstellers BMW erhalten hat. Der Schritt erfolgt als Reaktion auf einen Namenskonflikt, da BMW seit langem die Bezeichnung „M8“ für sein Hochleistungscoupé verwendet.
Das Markenproblem
BMW bestätigte die Bekanntheit des sich überschneidenden Markenauftritts, als GAC im Dezember erstmals seinen M8 Plug-in-Hybrid auf den Markt brachte. Obwohl zunächst keine formellen Maßnahmen ergriffen wurden, wandte sich BMW später an GAC und forderte eine Namensänderung für den Transporter. Kevin Shu, CEO von GAC, hat bestätigt, dass der Anfrage entsprochen wird.
„Etwas Einfluss von der Zentrale … wir werden wahrscheinlich den Namen ändern. In Australien ist es M8, aber in China ist es E9. Wir werden möglicherweise zu E9 wechseln.“
— Kevin Shu, GAC-CEO
Die Situation verdeutlicht die zunehmende Bedeutung des Markenschutzes im globalen Automobilmarkt. BMW hat seine Markenidentität aktiv verteidigt und erklärt, dass es „den etablierten Ruf seiner Premiumprodukte schützt“. GAC-Vertreter beschreiben die Kommunikation mit BMW jedoch als „vernünftig und freundlich“ ohne aggressiven Druck.
Mögliche Komplikationen bei der E9-Alternative
Während GAC erwägt, das Typenschild „E9“ zu übernehmen, könnte dies zu weiteren Komplikationen führen. Ironischerweise wurde „E9“ in der Vergangenheit auch von BMW für eine Reihe von Coupés verwendet, die von 1968 bis 1975 hergestellt wurden, darunter der legendäre 3.0 CSL. Dies deutet darauf hin, dass GAC letztendlich möglicherweise einen völlig neuen Namen auswählen muss, um weitere Markenkonflikte zu vermeiden.
Breitere Trends im Automobil-Branding
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Im Jahr 2023 lehnte Audi die Verwendung der Abzeichen „ES6“, „ES7“ und „ES8“ durch Nio ab und verwies auf die Ähnlichkeit mit den Audi-Modellen „S6“, „S7“ und „S8“. Allerdings entschied IP Australia letztendlich zugunsten von Nio. Insbesondere hat Audi keine Einwände gegen die Verwendung der Bezeichnung „S5“ durch MG erhoben, obwohl es auch ein S5-Modell vermarktete.
Fazit
Die Entscheidung von GAC, den M8 umzubenennen, unterstreicht die wachsende Komplexität des Automobil-Brandings in einem globalisierten Markt. Während Markenstreitigkeiten an der Tagesordnung sind, wird das Zusammenspiel zwischen etablierten Luxusmarken wie BMW und aufstrebenden chinesischen Herstellern wie GAC wahrscheinlich weiterhin die Namenskonventionen der Branche prägen. Das Unternehmen strebt nun eine eindeutigere Bezeichnung für sein Fahrzeug an und vermeidet so weitere Verwechslungen mit bestehenden Marken.
