F1-Aerodynamik kühlt jetzt Ihre Lebensmittel: Wie Renntechnik Supermarkt-Kühlschränke antreibt

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In der hochmodernen Welt der Formel 1 geht es nicht nur um Geschwindigkeit und Prestige; Es ist ein Nährboden für Innovationen, die unerwartet in den Alltag eindringen. Eine überraschende Anwendung? Die gekühlten Gänge Ihres örtlichen Supermarkts. Kühlschränke mit offener Front, die für einen einfachen Zugang konzipiert sind, profitieren jetzt von der aerodynamischen Technologie, die ursprünglich vom Williams F1-Team entwickelt wurde. Hier geht es nicht nur um High-Tech-Angebereien – es handelt sich um einen bedeutenden Durchbruch beim Energiesparen.

Das Problem: Austretende Kaltluft

Herkömmliche Kühlschränke mit offener Front weisen eine entscheidende Ineffizienz auf. Gekühlte Luft wird von oben nach unten gepumpt, es entweicht jedoch eine beträchtliche Menge, wodurch die Kompressoren stärker arbeiten müssen und der Energieverbrauch steigt. Dies ist ein großes Problem, da gekühlte Gänge mehr als die Hälfte der Energiekosten eines Supermarkts ausmachen. Ein scheinbar kleines Leck summiert sich schnell, wenn man es auf Tausende von Geschäften anpasst.

Die Lösung: Das Aerofoil Blade

Die Lösung? Ein scheinbar einfaches Tragflächenprofil – ein klingenartiger Streifen –, der an der Vorderseite jedes Regals befestigt ist. Dies ist keine zufällige Form; Es ist ein sorgfältig konstruiertes Stück aerodynamisches Design. Das von der britischen Firma Aerofoil Energy in Zusammenarbeit mit Williams Advanced Engineering entwickelte Tragflächenprofil nutzt Prinzipien, die direkt von den F1-Heckflügeln übernommen wurden.

Das Tragflächenprofil leitet entweichende Kaltluft zurück in den Schrank und sorgt so für einen effizienteren Kühlkreislauf. Die Technologie nutzt jahrelange Forschung im Bereich der Fluiddynamik, die an einigen der schnellsten Maschinen der Welt verfeinert wurde. Die CFD-Tools von Williams wurden verwendet, um die Form des Flügelprofils für einen Luftstrom mit niedriger Geschwindigkeit zu optimieren und so sowohl Leistung als auch Kosteneffizienz sicherzustellen.

Vom Abtrieb zum Dollar

F1-Autos erzeugen einen enormen Abtrieb – etwa 1.760 Pfund bei 240 km/h –, aber hier gilt das Grundprinzip: die Kontrolle des Luftstroms. Um das Konzept auf den Kopf zu stellen: Das Tragflächenprofil leitet die Luft nach innen, anstatt das Auto nach unten zu drücken. Frühe Tests waren so effektiv, dass sie zunächst als Fehler abgetan wurden und einer weiteren Überprüfung bedurften.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Supermärkte, die diese Technologie nutzen, erzielen Energieeinsparungen von bis zu 30 %. Große britische Einzelhändler wie Sainsbury’s, M&S, Tesco und ASDA haben das System bereits eingeführt und ihre Investition in weniger als einem Jahr amortisiert. Die Installation erfolgt schnell und erfordert keine Ladenschließungen, was für Unternehmen ein einfacher Gewinn ist.

Das Gesamtbild

Dies ist nicht das erste Mal, dass F1-Technologie unerwartete Anwendungen findet. Carbon-Keramik-Bremsen, Schaltwippen und Energierückgewinnungssysteme haben ihren Weg in Verbraucherfahrzeuge gefunden. Aber das Beispiel eines Supermarktkühlschranks ist besonders eindrucksvoll, weil es zeigt, wie hochspezialisierte Technik alltägliche Probleme auf äußerst wirkungsvolle Weise lösen kann.

Das Aerofoil Energy-Projekt wurde 2018 sogar für den prestigeträchtigen MacRobert Award nominiert und würdigte seine herausragenden technischen Leistungen. Es ist eine Erinnerung daran, dass die wirkungsvollsten Innovationen nicht immer von dort kommen, wo Sie es erwarten.

Wenn Sie das nächste Mal nach einem kalten Getränk greifen, denken Sie daran, dass die Technologie, die es kühl hält, möglicherweise auf einer Formel-1-Rennstrecke ihren Ursprung hat.