Australiens wichtigster Automobilverband, die Federal Chamber of Automotive Industries (FCAI), plädiert für umfassendere staatliche Anreize für Elektrofahrzeuge (EVs), einschließlich Plug-in-Hybriden (PHEVs) und leichten Nutzfahrzeugen. Der Aufruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Regierung darauf vorbereitet, ihre bestehenden Förderprogramme für Elektrofahrzeuge im Jahr 2026 zu überprüfen, wobei mögliche Änderungen für 2027 geplant sind.
Das aktuelle Anreizsystem
Die australische Regierung bietet derzeit Anreize wie Zollbefreiungen für Elektrofahrzeuge, die aus Ländern ohne Freihandelsabkommen (FTAs) wie der Europäischen Union und Südafrika importiert werden. Diese Ausnahmen gelten jedoch nicht für leichte Nutzfahrzeuge, was bedeutet, dass Modelle wie der in Südafrika hergestellte Ford Ranger PHEV einem Einfuhrzoll von fünf Prozent unterliegen (rund 4.000 US-Dollar für ein Fahrzeug im Wert von 79.990 US-Dollar).
Dies ist wichtig, da eine Ausweitung der Anreize die Kosten für Unternehmen und Verbraucher senken würde, die sauberere Fahrzeuge einführen möchten, und so eine breitere Verbreitung von Elektrofahrzeugen fördern würde. Der Vorschlag der FCAI würde gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen und die Anreize für Nutzfahrzeuge mit denen für Personenkraftwagen in Einklang bringen.
Warum das jetzt passiert
Der Drang nach erweiterten Anreizen fällt mit den strengeren Emissionsreduktionszielen Australiens zusammen. Die Climate Change Authority hat darauf hingewiesen, dass die Einführung von Elektrofahrzeugen bis 2035 drastisch zunehmen muss, um diese Ziele zu erreichen. Obwohl im Jahr 2025 ein Rekordanteil von 8,3 Prozent der Neuwagenverkäufe elektrisch war (gegenüber 7,4 Prozent im Vorjahr), machen PHEVs mittlerweile rund 4,3 Prozent des Gesamtabsatzes aus, während Hybride 16 Prozent ausmachen.
Die Regierung wurde auch kritisiert, weil sie im April 2025 eine Befreiung von der Fringe Benefits Tax (FBT) für PHEVs gestrichen hatte, ein Schritt, von dem einige behaupten, dass er den Fortschritt bei der Erreichung der Emissionsziele untergräbt. Der Beitrag der FCAI betont die Notwendigkeit weiterer Anreize neben dem im Januar 2025 eingeführten New Vehicle Efficiency Standard (NVES), der Autohersteller bestraft, die die CO2-Emissionsgrenzwerte überschreiten.
Branchenkonsens
Die Position der FCAI wird von anderen Branchenführern geteilt. Toyota Australia hat vorgeschlagen, Hybridmodelle in das NVES aufzunehmen, um die Gesamtemissionen zu senken, während der Electric Vehicle Council (EVC) warnt, dass eine vorzeitige Abschaffung der Anreize das Verkaufswachstum von Elektrofahrzeugen bremsen könnte.
Der Vorstandsvorsitzende der FCAI, Tony Weber, argumentiert, dass die Aufhebung der FBT-Ausnahme alternative Anreize auf der Nachfrageseite erfordert, um die Dynamik zur Erreichung ehrgeiziger Emissionsziele aufrechtzuerhalten. Er weist auch darauf hin, dass das NVES zwar die Hersteller dazu drängt, das Angebot an Elektrofahrzeugen zu erweitern (jetzt sind über 100 Modelle verfügbar), sich jedoch noch nicht in einer nennenswerten Verbrauchernachfrage niedergeschlagen hat.
Zusammenfassend gilt die Ausweitung der Anreize für Elektrofahrzeuge auf PHEVs und leichte Nutzfahrzeuge als entscheidend für die Beschleunigung des Übergangs Australiens zu emissionsarmen Fahrzeugen. Die FCAI und andere Interessenvertreter der Branche fordern die Regierung dringend auf, diese Änderungen bei der bevorstehenden Überprüfung sorgfältig zu prüfen und sicherzustellen, dass die Richtlinien sowohl die Ziele der Emissionsreduzierung als auch das Verbrauchervertrauen unterstützen.





















