Leapmotor C10 REEV Review: Reichweitenangst lösen, aber die Details vermasseln

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Range-Extender-Elektrofahrzeuge erleben ein Comeback und bieten einen praktischen Mittelweg zwischen reinen Elektro- und Benzinfahrzeugen, insbesondere in Märkten mit unzuverlässiger Ladeinfrastruktur. Der 2026 C10 REEV von Leapmotor versucht, von diesem Trend zu profitieren und verspricht Laufruhe bei Elektrofahrzeugen ohne Reichweitenstress. Doch während der Antriebsstrang dieses Versprechen hält, leidet das Fahrzeug unter frustrierenden technischen Problemen, die sein Potenzial untergraben.

Der Hybridansatz: Ein sinnvoller Kompromiss

Der C10 REEV kombiniert eine 28,4-kWh-Batterie mit einem 1,5-Liter-Vierzylindermotor, der nur die Batterie auflädt – er treibt jedoch nie die Räder an. Dieses Setup ermöglicht eine Gesamtreichweite von bis zu 715 Meilen bei einer angegebenen Kraftstoffeffizienz von 261 mpg und sorgt für das sofortige Drehmoment und den leisen Betrieb eines Elektrofahrzeugs. Der Motor läuft geräuschlos und überschreitet selten 2.000 U/min, selbst wenn das Laden der Batterie Priorität hat.

In Gegenden, in denen es nur wenige öffentliche Ladegeräte gibt oder lange Fahrten üblich sind, ist dieses Hybridmodell sinnvoll. Der Fahrer vermeidet Reichweitenangst und genießt dennoch die Vorteile eines Elektroantriebs. Allerdings ist die Umsetzung von Leapmotor in wichtigen Bereichen unzureichend.

Interieur und Technik: Eine bunte Mischung

Das minimalistische Interieur des C10 REEV folgt der Designphilosophie von Tesla und verfügt über einen großen 14,6-Zoll-Touchscreen, auf dem das Android-basierte Betriebssystem von Leapmotor läuft. Das System reagiert, es fehlt jedoch die Smartphone-Spiegelung (Android Auto oder Apple CarPlay). Die Qualität der Rückfahrkamera ist unterdurchschnittlich, das Laden nach dem Start dauert 15 Sekunden, und das Infotainmentsystem selbst verzögert sich beim Hochfahren.

Die Innenmaterialien sind weich, obwohl das Leder leicht abfärbt. Der schlüssellose Zugang ist frustrierend und erfordert ein Antippen des Fahrerspiegels mit einer Schlüsselkarte, die keine Proximity-Verriegelung/Entriegelung ermöglicht. Das Infotainmentsystem ermöglicht auch keine einfache Synchronisierung mit dem Telefon, sodass der Rezensent sein Telefon zur Navigation in den Getränkehalter legen muss.

Leistung und Fahrverhalten: Ordentlich, aber nicht aufregend

Der C10 REEV beschleunigt in 8,5 Sekunden von 0 auf 62 Meilen pro Stunde, wobei Effizienz Vorrang vor Geschwindigkeit hat. Die Fahrqualität ist größtenteils komfortabel, aber die Federung stößt bei Bodenschwellen durch. Die Lenkung ist leichtgängig, lässt sich jedoch auf eine straffere Einstellung einstellen.

Die Fahrerassistenzsysteme (adaptive Geschwindigkeitsregelung und Spurzentrierung) sind schlecht kalibriert, was zu unregelmäßiger Beschleunigung und ständigem Spurdriften führt. Überaktive Sensoren für die Aufmerksamkeit des Fahrers und Geschwindigkeitsbegrenzungen sind störend, können jedoch deaktiviert werden.

Urteil: Potenzial durch Mängel beeinträchtigt

Der Leapmotor C10 REEV ist ein vielversprechendes Fahrzeug, das den Kernvorteil eines Range-Extenders bietet: die Beseitigung von Reichweitenangst. Der Antriebsstrang ist reibungslos, effizient und gut integriert. Allerdings wird das Fahrzeug durch schlecht ausgeführte technische Features und unzuverlässige Fahrerassistenzsysteme gebremst. Wenn Leapmotor diese Probleme durch Software-Updates beheben kann, könnte der C10 REEV zu einer überzeugenden Option auf dem wachsenden Range-Extender-Markt werden.

Letztendlich zeigt der C10 REEV, dass die Lösung eines EV-Problems (Reichweite) keine Entschuldigung dafür ist, grundlegende Funktionalität und Feinschliff zu vernachlässigen.