Stellantis, der multinationale Automobilhersteller, ändert seinen Kurs bei der Dieselmotorenproduktion in Europa und nennt als Haupttreiber die anhaltende Kundennachfrage. Der Schritt erfolgt nach einer Zeit bedeutender Antriebsanpassungen für das Unternehmen, darunter die Wiedereinführung des Hemi V8 im Ram 1500 und die Abschaffung von Plug-in-Hybriden und eines vollelektrischen Ram-Trucks.
Diesels unerwartetes Revival
Trotz eines jahrzehntelangen Rückgangs der Dieselverkäufe nach dem „Dieselgate“-Skandal von Volkswagen führt Stellantis stillschweigend Dieseloptionen in mindestens sieben europäischen Modellen wieder ein. Im Jahr 2025 machte Diesel nur 7,7 % der Neuwagenverkäufe auf dem Kontinent aus. Der Autohersteller berichtet jedoch, dass die Nachfrage in bestimmten Segmenten anhält, was zur Fortsetzung der Produktion von Dieselversionen für Fahrzeuge wie den Alfa Romeo Stelvio, den DS 7 und ausgewählte Modelle von Peugeot, Opel und Citroën führt.
Warum jetzt? Die Herausforderung des Elektrofahrzeugmarktes
Die Entscheidung, Dieselmotoren wieder einzuführen, ist nicht nur eine Reaktion auf die Präferenz der Verbraucher, sondern auch ein strategischer Schritt in einer sich schnell entwickelnden Automobillandschaft. Die Einführung von Elektrofahrzeugen (EV) in Europa hat die ursprünglichen Erwartungen nicht erfüllt, was den Druck auf die Automobilhersteller erhöht, sich anzupassen.
Während chinesische Hersteller aggressiv Marktanteile im Elektrofahrzeugsektor gewinnen, suchen europäische Automobilhersteller nach Möglichkeiten, ihre Angebote zu differenzieren. Dieselmotoren sind zwar umstritten, bleiben aber eine praktikable Option für Verbraucher in Regionen, in denen die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge fehlt oder die Erschwinglichkeit ein Problem darstellt.
Ein pragmatischer Ansatz zur Diversifizierung des Antriebsstrangs
Stellantis begründete dies ausdrücklich so: „Wir haben beschlossen, Dieselmotoren in unserem Produktportfolio zu behalten – und in einigen Fällen auch unser Antriebsstrangangebot zu erweitern.“ Das Unternehmen erkennt damit effektiv an, dass ein einheitlicher Ansatz zur Elektrifizierung des Antriebsstrangs nicht funktioniert und eine stärker diversifizierte Strategie erforderlich ist, um einem breiteren Spektrum an Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.
Die Wiedereinführung von Dieselmotoren unterstreicht einen pragmatischen Wandel in der Automobilindustrie, in der die Marktrealitäten oft wichtiger sind als langfristige ideologische Ziele. Auch wenn die Zukunft des Transportwesens zweifellos elektrisch ist, erweist sich der Übergang als langsamer und komplexer als zunächst angenommen und zwingt die Automobilhersteller dazu, ihre Strategien in der Gegenwart neu zu überdenken.
Dieser Schritt deutet darauf hin, dass Verbrennungsmotoren – insbesondere Diesel – in Europa auf absehbare Zeit relevant bleiben werden, auch wenn die Branche auf Elektrifizierung drängt.






















