Seit Jahren werden Elektrofahrzeuge (EVs) als günstigere Alternative zu Benzinautos vermarktet und versprechen Einsparungen bei Kraftstoff und Steuern. Eine aktuelle Analyse zeigt jedoch, dass die Realität differenzierter ist: Die einfache Umstellung auf Elektroantrieb bedeutet nicht automatisch niedrigere Betriebskosten. Während Strom günstiger ist als Benzin, können andere Faktoren wie Wertverlust, Versicherung und Kfz-Steuer diese Einsparungen schnell zunichtemachen.
Der Kernkompromiss: Kraftstoff vs. alles andere
Der grundlegende Vorteil von Elektrofahrzeugen bleibt ihre geringeren „Kraftstoffkosten“. Das Laden eines Elektroautos ist nachweislich günstiger als das Tanken eines Benzinautos. Beispielsweise kostet der Antrieb eines Volkswagen ID.3 für 36.000 Meilen etwa 1.500 £ Strom, verglichen mit fast 3.900 £ Benzin. Dieser Vorteil verringert sich jedoch, wenn man sich ausschließlich auf öffentliche Ladenetze verlässt, wo die Preise mit den Benzinkosten mithalten oder diese sogar übersteigen können.
Das größere Problem ist das Gesamtbild. Elektrofahrzeuge verlieren tendenziell schneller an Wert als Benzinautos. Ein Vauxhall Corsa Electric zum Beispiel wird nach drei Jahren voraussichtlich nur noch 33 % seines Wertes behalten, verglichen mit 47 % bei seinem Benzin-Pendant. Das bedeutet, dass Käufer beim Weiterverkauf mehr Geld verlieren.
Die versteckten Kosten: Jenseits von Kraftstoff und Steuern
Mehrere andere Faktoren tragen zu höheren Betriebskosten für Elektrofahrzeuge bei:
- Versicherung: Elektrofahrzeuge haben aufgrund ihrer höheren Leistung und Reparaturkosten oft höhere Versicherungsprämien.
- Reifen: Das sofortige Drehmoment von Elektroautos kann zu einem schnelleren Reifenverschleiß führen.
- Kfz-Steuer (VED): Die einstmals kostenlose Befreiung von Elektrofahrzeugen wurde abgeschafft, was bedeutet, dass Eigentümer nun wie Fahrer von Benzinfahrzeugen die Kfz-Verbrauchsteuer zahlen.
- Wartung: Obwohl Elektrofahrzeuge über weniger bewegliche Teile verfügen, ist die Wartung nicht immer günstiger, insbesondere wenn spezielle Reparaturen erforderlich sind.
Leasing vs. Kauf: Eine andere Rechnung
Durch Leasing wird die Abschreibungslast auf das Finanzunternehmen verlagert, wodurch Elektrofahrzeuge wettbewerbsfähiger werden. Einige Modelle, wie der Skoda Elroq, können günstiger zu leasen sein als ihre Benziner. Durch Leasing entfallen jedoch nicht alle Kosten; Es gelten weiterhin monatliche Zahlungen, Kilometerbegrenzungen und mögliche Schadensgebühren.
Warum das wichtig ist: Die sich verändernde Landschaft
Der Markt für Elektrofahrzeuge entwickelt sich weiter. Die staatlichen Anreize haben sich geändert und die Hersteller passen die Preise an. Die Vorstellung, dass Elektrofahrzeuge immer günstiger seien, ist überholt. Verbraucher müssen jetzt die Gesamtbetriebskosten sorgfältig berechnen, bevor sie einen Wechsel vornehmen.
Dieser Wandel findet statt, weil die frühen Anwender von Elektrofahrzeugen von großzügigen Subventionen und Steuererleichterungen profitierten. Wenn diese Anreize schwinden, rücken die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Realitäten stärker in den Fokus. Die steigenden Anschaffungspreise von Elektrofahrzeugen in Verbindung mit dem Wertverlust führen dazu, dass die Einsparungen stark vom jeweiligen Modell, den Fahrgewohnheiten und der Ladeinfrastruktur abhängen.
Das Fazit
Elektrofahrzeuge bieten zwar langfristige Vorteile für die Umwelt und ein verbessertes Fahrerlebnis, garantieren jedoch keine niedrigeren Betriebskosten. Die günstigste Option hängt von den individuellen Umständen ab. Einige Elektrofahrzeuge, wie der Skoda Elroq, können über einen Zeitraum von drei Jahren günstiger sein, andere, wie der BMW i4, bleiben jedoch im Betrieb deutlich teurer als ihre Benziner.
Käufer sollten immer die Gesamtkosten vergleichen, einschließlich Abschreibung, Versicherung und Wartung, bevor sie eine Entscheidung treffen. Die Zeiten der automatischen Einsparungen bei Elektrofahrzeugen sind vorbei.























