Dacia, der rumänische Autohersteller, der für seine preisgünstigen Fahrzeuge bekannt ist, strebt eine 30 %ige Steigerung der Verkäufe in Großbritannien an, die durch eine neue Produktoffensive und eine Verlagerung hin zu größeren Hybridmodellen vorangetrieben wird. Die Expansion wird von der kürzlich ernannten britischen Chefin Lina Ribeiro geleitet, einer 20-jährigen Veteranin der Renault-Gruppe.
Underperformance und Chancen auf dem britischen Markt
Trotz des Drucks auf die Lebenshaltungskosten, der sein Wertversprechen äußerst relevant macht, ist Dacia mit nur 30.000 Zulassungen im letzten Jahr auf dem britischen Automobilmarkt nach wie vor relativ unterrepräsentiert. Dies steht im Gegensatz zu seiner starken Leistung anderswo in Europa, wo der Sandero im Jahr 2025 mit fast 290.000 verkauften Einheiten das meistverkaufte Auto war.
Ribeiro führt die schwache Leistung von Dacia in Großbritannien auf die Dominanz deutscher Premiummarken wie BMW und Audi sowie auf einen historischen Mangel an Fokus auf Flottenverkäufe zurück. Sie glaubt jedoch, dass eine Verschiebung der Verbraucherprioritäten – vom Markenprestige hin zum Preis-Leistungs-Verhältnis – eine bedeutende Chance für Dacia darstellt.
„Die Menschen legen mehr Wert auf Lebensqualität. Wenn sie ein zuverlässiges Auto mit den besten Betriebskosten von Dacia in ihrer Klasse bekommen, können sie mehr in Urlaub oder Erlebnisse mit der Familie investieren.“
Schlüsselmodelle, die das Wachstum vorantreiben: Striker und Bigster
Der brandneue Striker Crossover, der Anfang 2027 als Rechtslenker auf den Markt kommt, ist von zentraler Bedeutung für die Wachstumsstrategie von Dacia. Das 4,62 Meter lange Fahrzeug wird ausschließlich mit Hybridantrieb angeboten und nutzt damit die Beliebtheit von Hybridmodellen im britischen „C-Segment“, das mittlerweile 40 % aller Neuwagenverkäufe ausmacht.
Dieser Schritt hin zu größeren Fahrzeugen folgt auf den Erfolg des vor einem Jahr eingeführten Bigster SUV, der bereits einen erheblichen Marktanteil erobert hat. Diese Modelle stellen eine Abkehr von der traditionell kleinen, auf den Einzelhandel ausgerichteten Modellpalette von Dacia dar und positionieren die Marke so, dass sie im Flotten- und zunehmend elektrisch angetriebenen Segment effektiver konkurrieren kann.
EV-Ausbau und Hybridübergang
Dacia plant neben der Erweiterung seines Hybrid-Angebots die Einführung von vier neuen Elektrofahrzeugen. Dieser duale Ansatz soll die Emissionsvorschriften erfüllen und es dem Unternehmen gleichzeitig ermöglichen, von der wachsenden Nachfrage sowohl nach Elektro- als auch nach Hybridoptionen zu profitieren. Der hybride Sandero soll Ende 2026 in Großbritannien auf den Markt kommen, was die Attraktivität von Dacia weiter steigern wird.
Das Wertversprechen bleibt im Mittelpunkt
Trotz der Verlagerung hin zu Modellen mit mehr Funktionen bleibt Dacia seiner Kernphilosophie treu, wesentliche Funktionen zu einem erschwinglichen Preis anzubieten. Der kommende Striker, dessen Preis unter 25.000 € (ca. 22.000 £) liegt, dürfte mit seiner Mischung aus Platzangebot, Effizienz und Wert den Markt revolutionieren.
Bei der Strategie von Dacia geht es nicht darum, im Luxussegment zu konkurrieren; Es geht darum, einen zuverlässigen und kostengünstigen Transport bereitzustellen, der das Budget der Kunden für andere Prioritäten freisetzt. Dieser Ansatz hat sich in Europa als erfolgreich erwiesen und Ribeiro glaubt, dass er auch bei britischen Käufern Anklang finden wird.
Der mittelfristige Plan von Dacia zielt auf ein kontrolliertes Mengenwachstum von 30 % ab, wobei der Einzelhandelsabsatz Vorrang hat und gleichzeitig in neue Segmente expandiert wird. Das Unternehmen setzt darauf, dass sein Wertversprechen in Kombination mit einer überzeugenden Auswahl an neuen Modellen endlich sein volles Potenzial auf dem britischen Markt ausschöpfen wird.























