Die Verkaufszahlen von Ford für das erste Quartal zeigen einen Rückgang von 8,8 % auf insgesamt 457.315 verkaufte Einheiten – ein Rückgang von über 43.900 Fahrzeugen. Dieser Abschwung ist nicht nur eine Frage der Marktbedingungen; Vielmehr steht es in direktem Zusammenhang mit den jüngsten Produktions- und Modellabschaffungsentscheidungen von Ford. Das Unternehmen erkennt mittlerweile an, dass sich die Branche „verändert“, aber die Zahlen deuten darauf hin, dass diese Veränderungen eher Gegenwind als Rückenwind erzeugen.
Produktionskürzungen treffen am stärksten zu
Den größten Belastungsfaktor für den Absatz stellten Auslaufmodelle dar. Der Ford Escape und der Lincoln Corsair, die beide letztes Jahr eingestellt wurden, verursachen zusammen einen Verlust von rund 43.600 Einheiten im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres. Während der Bronco Sport einen bescheidenen Zuwachs von 5 % verzeichnete (etwa 1.658 zusätzliche Kunden), konnte er den Volumenverlust nicht annähernd ausgleichen. Dies verdeutlicht ein zentrales Problem: Kunden übertragen ihre Loyalität nicht ohne weiteres auf ähnliche Alternativen innerhalb der Produktpalette von Ford.
Verkaufszahlen für Elektrofahrzeuge brechen ein
Auch das Segment der Elektrofahrzeuge (EV) erlebte schwere Rückschläge. Bei der F-150 Lightning gingen die Verkäufe um 71,3 % zurück, da die Händler sich beeilten, die Restbestände vor der Einstellung abzubauen. Insgesamt gingen die Lkw-Verkäufe der F-Serie insgesamt um 16 % zurück, wobei nur 159.901 Einheiten verkauft wurden. Sogar der Hybrid-Maverick blieb unterdurchschnittlich und fiel um 10,9 %.
Der Mustang Mach-E musste nach der Abschaffung der Bundessteuergutschrift einen Rückgang um 60,4 % hinnehmen und verkaufte nur 4.600 Einheiten. Der E-Transit schnitt sogar noch schlechter ab, mit einem Rückgang von 94,7 % und nur 200 verkauften Einheiten. Diese Zahlen zeigen, wie stark die Elektrofahrzeugstrategie von Ford auf staatliche Anreize zur Ankurbelung der Nachfrage angewiesen war.
Lichtblicke: SUVs weisen den Weg
Trotz des allgemeinen Rückgangs konnten sich einige Modelle dem Trend widersetzen. Sowohl der neu gestaltete Expedition als auch der Explorer verzeichneten Zuwächse von über 30 % bzw. 29,7 %, was auf eine starke Verbraucherpräferenz für größere SUVs schließen lässt. Auch der Mustang verzeichnete einen überraschenden Zuwachs von 50,1 % und verkaufte weitere 4.697 Einheiten. Diese Gewinne reichten jedoch nicht aus, um die größeren Verluste auszugleichen.
Lincoln bleibt stabil
Die Leistung von Lincoln war relativ stabil, die Gesamtverkäufe gingen nur um 0,5 % zurück. Der Nautilus erlebte einen Rückgang, aber der Aviator stieg um 31,4 %, während der Navigator um 6,5 % zulegte. Dies deutet darauf hin, dass sich das Luxussegment von Lincoln trotz des allgemeinen Abschwungs in der Branche behaupten kann.
Fords Spin und strategischer Wandel
Ford-Führungskräfte versuchten, die Ergebnisse positiv zu formulieren und betonten einen „strategischen Wandel hin zu margenstarken SUVs“. Das Unternehmen gibt außerdem an, dass sein Marktanteil im Einzelhandel um 0,2 % auf 11,6 % gestiegen sei. Die Daten deuten jedoch darauf hin, dass Ford zwar seinen Fokus anpassen wird, der Übergang jedoch derzeit zu erheblichen Verkaufseinbußen führt. Das Unternehmen führte auch einen „schwierigen Jahresvergleich“ aufgrund starker Umsätze im März 2025 an, diese Erklärung ändert jedoch nichts an der zugrunde liegenden Realität des rückläufigen Umsatzvolumens.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ford-Verkäufe im ersten Quartal 2026 eine schmerzhafte Anpassungsphase offenbaren, da das Unternehmen mit Produktionskürzungen, Herausforderungen auf dem Markt für Elektrofahrzeuge und veränderten Verbraucherpräferenzen zurechtkommt. Die kurzfristigen Gewinne bei SUVs werden von erheblichen Verlusten bei wichtigen Modellen überschattet, was ein gemischtes Bild für die Zukunft des Autoherstellers zeichnet.






















