Die meisten Autofahrer kennen den Schmerz, wenn sie einer Limousine mit nur einem Insassen zuzusehen, wie sie an einer fast leeren Fahrspur zu ihrer Linken vorbeikriecht. Das ist die HOV-Spur (High Occupancy Vehicle). Auch Diamond Lane oder Carpool Lane genannt, handelt es sich um den VIP-Bereich der Autobahn. Die Regeln variieren je nach Bundesland, aber die Kernanforderung ist meist einfach: zwei oder mehr Personen im Fahrzeug. Auch Motorräder und Rettungskräfte erhalten eine Freikarte.
Die Logik ist einfach. Weniger Autos bedeuten weniger Stau. Indem das System Pendler dazu zwingt, Mitfahrgelegenheiten zu teilen oder mit Bussen zu fahren, zielt es darauf ab, die Außenspuren freizumachen. Es ist ein Anreizspiel. Fahren Sie mit dem Bus und erreichen Sie Ihre Haltestellen ohne den üblichen Stop-and-Go-Albtraum. Packen Sie drei Personen in einen Minivan und Sie umgehen den Stau. Sie können die Fahrspur leicht erkennen. Eine durchgezogene weiße Linie trennt ihn vom allgemeinen Verkehrsfluss. In der Mitte sind große, sich wiederholende weiße Diamanten aufgemalt. Daher der Spitzname.
Auch hier gibt es einen Umweltaspekt. Weniger Leerlauf bedeutet geringere CO2-Emissionen. Es fügt sich nahtlos in die umfassenderen Ziele des umweltfreundlichen Fahrens ein. Aber in letzter Zeit hat sich die Definition von „würdig“ erweitert. Einige Bundesstaaten erwägen eine neue Fahrzeugklasse für die Diamond Lane. Und Fahrgemeinschaften sind kein Teil der Gleichung.
Der Schwerpunkt hat sich auf die Kraftstoffeffizienz verlagert. Insbesondere Hybridautos. Besitzern dieser Green-Tech-Fahrzeuge werden oft besondere Privilegien eingeräumt. Sie erhalten den gleichen Fahrspurzugang wie ein Vollbus oder ein Fahrgemeinschaftstransporter. Warum? Weil Hybride weniger Kraftstoff verbrauchen und weniger Emissionen pro Meile verursachen. Die Priorität des Staates ist nicht nur die Belegung. Es ist Effizienz.
Probleme mit Hybridautos auf HOV-Spuren
Der Vorstoß, Hybridfahrzeuge in HOV-Fahrspuren einzubeziehen, verläuft nicht ohne Reibungsverluste. Es entsteht ein spezifisches Problem für die ursprüngliche Absicht der Fahrspur.

Die HOV-Abziehbildprämie und ihre unbeabsichtigten Folgen
Die Logik war recht einfach: Wenn Ihr Hybridfahrzeug weniger Schadstoffe ausstößt als ein Benzinfresser, verdient es das gleiche Gütesiegel für umweltfreundliches Fahren wie eine Fahrgemeinschaft. Staaten wie Kalifornien, Virginia, Arizona und Colorado gingen von dieser Prämisse aus und erteilten Sondergenehmigungen. Mit diesen Aufklebern erhalten Eininsassen-Hybridbesitzer Zugang zu HOV-Fahrspuren (High Occupancy Vehicle). Connecticut und Georgia prüften die Idee. Sie haben darüber debattiert. Nichts ist passiert.
Hier ist der wahre Knaller. Sie brauchen keinen Beifahrer. Sie brauchen keinen Freund, kein Date oder ein schreiendes Kleinkind auf dem Rücksitz. Wenn Sie mit dieser Plakette einen qualifizierten Hybrid fahren, sind Sie rechtlich auf der Überholspur. Kein Ticket. Keine Bußgelder. Einfach die Straße freimachen, während alle anderen im Bremslicht sitzen.
Für Eigentümer in diesen Bundesstaaten ist dies ein gewaltiger Gewinn. Es geht nicht nur darum, die Zusammenführung zu überspringen. Es geht um das Endergebnis. In Kalifornien wird für gebrauchte Hybridfahrzeuge mit einem gültigen HOV-Aufkleber ein Aufpreis erhoben. Käufer zahlten zusätzlich zum Standardpreis 4.000 US-Dollar. Angebot und Nachfrage waren hier die Hauptakteure. Das kalifornische Kraftfahrzeugministerium hat die Aufkleber mit einer Kappe versehen. Für bestimmte Modelle gaben sie nicht mehr als 85.000 aus: den Honda Insight, den Honda Civic Hybrid und den Toyota Prius. Diese Autos fahren 45 Meilen pro Gallone oder mehr. Das sind etwa 19,1 Kilometer pro Liter. Knappheit treibt den Preis.
Die Aufkleber sind am Chassis befestigt. Sie übertragen nicht. Sobald Sie den Aufkleber von Ihrer Windschutzscheibe abziehen, bleibt er tot.
Es klingt perfekt. Bis man auf den Verkehr schaut.
Staus und Kriminalität
Schon früh verwandelten sich die Fahrspuren in einen weiteren Stau. Autofahrer in Kalifornien beschwerten sich lautstark. Sie machten die zunehmende Zahl alleiniger Hybridfahrer verantwortlich, die die Fahrspuren für zwei oder mehr Personen verstopften. Bis 2007 kam es in Los Angeles und Orange County zu erheblichen Rückstaus in den ausgewiesenen Zonen.
Nicht alle stimmten zu. Landkreise wie San Diego und Riverside verzeichneten nicht den gleichen Anstieg. Einige Analysten argumentierten, dass Hybride überhaupt nicht das Problem seien. Das Bevölkerungswachstum bedeutete nur, dass mehr Menschen auf der Straße unterwegs waren. Mehr Körper bedeuten mehr Verkehr. Es handelt sich um ein grundlegendes mathematisches Problem.
Es gab jedoch noch einen anderen Aspekt. Verbrechen.
Der Diebstahl dieser HOV-Aufkleber wurde in Kalifornien zu einem echten Problem. Lange Wartezeiten für Genehmigungen führten zu einem Schwarzmarkt. Wenn Sie es nicht legal bekommen könnten, könnten Sie eines stehlen. Es war nicht nur ein Ärgernis. Es handelte sich um eine Welle von Eigentumskriminalität, die es auf das begehrteste Autozubehör im Bundesstaat abgesehen hatte.
Die Ironie ist groß. Eine Politik, die darauf abzielte, Emissionen zu reduzieren und effizientes Fahren zu fördern, führte letztendlich zu einer Überlastung der Autobahnen und zu Diebstählen. Die Abziehbilder erleichterten dem Einzelnen den Weg zur Arbeit, verursachten aber bei allen anderen Kopfschmerzen.
Uns bleibt eine chaotische Realität. Grüne Technologie bietet Anreize, die auf dem Papier gut aussehen. Sie treiben den Umsatz voran. Sie erhöhen den Wiederverkaufswert. Sie verändern aber auch das Verhalten auf eine Weise, die die Infrastruktur belastet. Die Gasse ist offen. Der Aufkleber ist auf dem Glas. Der Verkehr ist immer noch da.






















