Die meisten Leute wissen es nicht. Im Vereinigten Königreich war das sicherlich nicht der Fall. Der Lancia Thesis wurde dort nie verkauft. Sogar in Italien, wo es geboren wurde, bleibt es ein Gespenst auf den Straßen.
Es ist ein seltsames Auto. Ein seltsames Biest. Und die Herstellung hat ein Vermögen gekostet.
Lancia hat Geld und Zeit in diese Sache gesteckt. Mehr als der Großteil ihrer jüngeren Geschichte. Sie bauten es auf einem maßgeschneiderten Chassis. Die Federung kam direkt von Maserati – entlehnt vom Spyder, dem Granturismo und dem Quattroporte. Es verfügte sogar über einen radargesteuerten Tempomat. Der erste Lancia, der es jemals hatte.
Das Ziel? Um den BMW 5er zu töten. Zum Mittagessen der Mercedes E-Klasse.
Sie haben versagt.
Nach acht Jahren wurden weniger als 20.000 Stück hergestellt. Dann puh. Von der Preisliste.
Also, warum? Warum ist die These verschwunden? Schauen wir uns das Chaos an.
Wie sah der Lancia Thesis aus?
Die Vorderseite ist fett. Fast arrogant. Der verchromte Kühlergrill sieht aus wie ein mittelalterliches Schild. Scharf. Spitz.
Das Heck? Gotisch. Durchsichtige Rücklichter leuchten sanft. Es sieht aus wie nichts anderes auf der Straße. Unverwechselbar? Ja. Einzigartig? Absolut.
Aber die Seite?
Die Seite ist ein Kompromiss. Ein langweiliges Sandwich. Die markante Nase und das dramatische Heck sind zwischen dem langweiligsten Mittelteil eines jeden Oberklassewagens eingeklemmt. Es ist eine Tragödie von Ausmaßen.
Wie war die These im Vergleich zum Dialogos-Konzept?
Hier ist der wahre Herzschmerz. Das Serienauto sollte magisch sein.
Es begann 1998 als Dialogos -Konzept. Ausgesprochen „tay-sis“. Nicht wie eine wissenschaftliche Arbeit.
Die Dialogos waren atemberaubend. Klare Linien. Ein Holzboden. Selbstmord-Hintertüren. Es versprach etwas Neues. Etwas Italienisches.
Dann bekam Lancia kalte Füße.
Sie haben die Subtilität verstanden. Sie haben die Kurve genommen. Und sie haben es gegen Banalität eingetauscht. Das Serienmodell verlor das Holz. Es verlor die glatten Sitze. Es behielt seine Form, verlor aber die Seele.
Ein Auto mit leicht mysteriöser Ausstrahlung, aber viel Technik. Aber auch ein bisschen verloren.
Ist das Interieur eigentlich etwas Besonderes?
Drinnen gibt es sich große Mühe.
Es wird sparsam Holz verwendet. Cremefarbene Instrumente. Reichhaltige Polsterung. Sie wollen einsteigen. Die optionalen beheizten, gekühlten Massagesitze vorne und hinten? Nette Geste.
Aber fühlt es sich erstklassig an?
Also. Es gibt einen Haken.
Warum war der Lancia Thesis so dürftig?
Hier wird die Geschichte traurig.
Ich habe bis nach der Einführung im Jahr 2001 gewartet, um es auszuprobieren. Nur als Beifahrer. Ich habe nach einem bestimmten Fehler gesucht.
Du kennst das. Die Krankheit des Fiat-Konzerns. Diese Unfähigkeit, mit scharfen Quergraten umzugehen. Die Dehnungsfugen auf der Autobahn.
Jedes Fiat-Produkt dieser Zeit hatte ein Problem. Eine Bodenwelle getroffen? Das Armaturenbrett knarrte. Gerüttelt. Gebrochen.
Es fühlte sich billig an.
Ich habe meine Abschlussarbeit am Flughafen Turin geschrieben. Bin auf die Autostrada gefahren.
Knacken.
Ohnmächtig. Plastik.
Die Aufhängung konnte das Zittern nicht unterdrücken. Das Armaturenbrett bebte.
Oh. Die Enttäuschung.
Das ist es. Das ist die Geschichte. Ein Maserati-Chassis. Radartechnik. Gotischer Stil. Und ein Armaturenbrett, das auf der Autobahn kaputt ging.
Vielleicht haben sie es deshalb fallen gelassen.
Oder vielleicht hat Lancia einfach aufgegeben.























